UNTERWEGS – dokumentarisches Theater mit Jugendlichen mit Fluchterfahrung
21. September 2026Sprache schafft Realität – Wir sollten alle Expert*innen im Thema Diskriminierung werden
21. September 2026von Neslihan Arikan und Corinna Radermacher
Räume schaffen – Stimmen stärken – Austausch ermöglichen Das Netzwerk ist inzwischen auf rund 300 Mitglieder angewachsen. Sie alle haben eine internationale Familiengeschichte und den Wunsch, aktiv und gemeinsam etwas zu bewegen. Das MOSAIK- Netzwerk setzt sich dafür ein, dass alle Mitarbeitenden der Stadtverwaltung dieselben Chancen haben, ihre beruflichen Ziele zu verfolgen und ihre Perspektiven einzubringen. Dazu gehört auch: Strukturen zu hinterfragen, Barrieren sichtbar zu machen und miteinander ins Gespräch zu kommen – jenseits von Status, Funktion oder Herkunft. Das MOSAIK-Netzwerk will langfristig etwas verändern. Deshalb bringt sich das Netzwerk aktiv in die interkulturelle Öffnung der
Vielfalt in Sprache, Herkunft, Religion, Kultur – all das gehört zur Stadt Köln, genauso wie zum Arbeitsalltag in ihrer Verwaltung. Das MOSAIK-Netzwerk bringt genau diese Vielfalt zusammen. Es richtet sich an Mitarbeitende mit internationaler Familiengeschichte und an Kolleg*innen, die Rassismus- oder Antisemitismuserfahrungen gemacht haben. Ziel ist es, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem sich alle gesehen, wertgeschätzt und gefördert fühlen. Und das funktioniert am besten gemeinsam. Gegründet wurde das Netzwerk 2024 auf Initiative des Integrationsrats. Bei der Auftaktveranstaltung im Historischen Rathaus, zu der Oberbürgermeisterin Henriette Reker eingeladen hatte, wurde schnell klar: Das Interesse ist groß. Über 200 Kolleg*innen waren dabei und gaben grünes Licht für die offizielle Gründung. Der Name MOSAIK – als Sinnbild für ein buntes Ganzes, das sich aus vielen unterschiedlichen Teilen zusammensetzt – war schnell gefunden.
Verwaltung ein und sucht den Dialog mit anderen Städten, Netzwerken und mit dem Kölner Integrationsrat. Es geht darum, Strukturen fairer zu gestalten – nicht abstrakt, sondern ganz konkret. Zudem organisiert das Netzwerk regelmäßig Veranstaltungen – einige nur für Mitglieder, andere offen für alle Kolleg*innen der Stadtverwaltung. Thematisch reicht die Bandbreite von Karriereentwicklung, Empowerment und diskriminierungssensiblem Arbeiten bis hin zu Glaubenspraxis und Sprachvielfalt. So gab es zum Beispiel eine Führung durch den Gurdwara, die Sikh-Gebetsstätte in Köln-Mülheim. Alle städtischen Kolleg*innen waren eingeladen und viele nutzten die Gelegenheit, beim Langar (einem gemeinsamen Essen) und offenen Gesprächen mehr über die Glaubenspraxis der Sikh zu erfahren. Auch der Welttag der kulturellen Vielfalt wurde zum Anlass genommen, gemeinsam mit dem ZMI eine Veranstaltung im Rautenstrauch-Joest-Museum zu organisieren. Bei der angebotenen mehrsprachigen Führung durch das Museum und auch danach entstand Raum für Austausch über Sprache und Identität. Andere Veranstaltungen widmeten sich ganz konkreten Fragen: Wie gestalte ich meine Karriere in der Stadtverwaltung? Wie schaffe ich den Sprung auf die nächste Karrierestufe? Welche Rechte habe ich nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz? Und was bedeutet eigentlich rassismuskritisches Handeln im Verwaltungskontext? Bei all diesen Angeboten steht immer der Austausch im Mittelpunkt. Ob große Runde oder kleiner Workshop – das MOSAIK- Netzwerk will einen Ort bieten, an dem man sich gegenseitig bestärkt, vernetzt und nicht allein fühlt. Ein Netzwerk, das trägt.
Wer ist dabei? Das MOSAIK-Netzwerk wird koordiniert durch das Kommunale Integrationszentrum im Amt für Integration und Vielfalt, vertreten durch Neslihan Arikan und Corinna Radermacher. Unterstützt werden sie von einer engagierten Arbeitsgruppe, in der Kolleg*innen aus verschiedenen Dienststellen mitwirken. Das Netzwerk richtet sich an alle Mitarbeitende der Stadt Köln, die im Laufe ihres Lebens nach Deutschland zugewandert sind, die nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurden oder mindestens ein Elternteil haben, auf das dies zutrifft. Gleichzeitig spricht es diejenigen Kolleg*innen an, die unabhängig vom statistischen Migrationshintergrund Rassismus- oder Antisemitismuserfahrungen machen – insbesondere Sinti*zze und Rom*nja, Juden:Jüdinnen, Muslim*innen und Schwarze Menschen. Das MOSAIK-Netzwerk lebt von allen, die dabei sind. Bei allen Unterschieden, die sich aus den einzelnen Biografien ergeben, ist die gemeinsame Haltung entscheidend: Vielfalt in der Verwaltung sichtbar machen, stärken und aktiv mitgestalten. Denn Vielfalt ist kein Extra. Sie ist die Grundlage für eine starke, zukunftsfähige Stadtverwaltung.
